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Verschiedene Glasröhrchen, wie sie von Chemikern verwendet werden

Chemie und Pharmazie

Dauerausstellung

Chemie und Pharmazie

Darum geht's

Die Ausstellung „Pillen und Pipetten“ erklärt die Prozesse zur Herstellung von Chemikalien und Medikamenten sowie die Eigenschaften und Wirkungen, die diese Stoffe entfalten.

Chemie und Pharmazie: Zwei Seiten einer Medaille

Auf 400 Quadratmetern gliedert sich die Ausstellung in zwei große Bereiche: Im blau gestalteten Teil spielt die Chemie die Hauptrolle, im grünen die Pharmazie. Der enge Zusammenhang zwischen diesen beiden Disziplinen wird schnell deutlich: Medikamente unterstützen den Körper bei der Regulierung chemischer und hormoneller Abläufe. Ihre Herstellung folgt genauso chemischen Gesetzmäßigkeiten wie die Produktion „normaler“ Chemikalien. Schließlich sind alle Stoffe aus Molekülen aufgebaut. Und die Lehre von der Zusammensetzung und der Veränderbarkeit dieser Moleküle ist die Chemie.

Eine Besucherin hält sich den Hörer einer Audiostation ans Ohr. Dabei sieht sie auf ein Molekül-Modell aus schwarzen, weißen und roten Kugeln.
Moleküle erzählen in Hörstationen die Geschichte ihrer Entdeckung. SDTB/ Foto: C. Musiol 1/1

Sprechende Moleküle und Feuerwerkskörper

In der Ausstellung lernt ihr die Arbeitstechniken und Arbeitsmittel in einem Labor kennen: von der Glaspipette bis zum modernen Pipettier-Roboter. Moleküle erzählen in Hörstationen die spannende Geschichte ihrer Entdeckung. Und gleich zu Beginn der Ausstellung kann man selbst tätig werden: Eine Medienstation lädt ein, sich als Pyrotechniker zu versuchen und nach eigener Farbwahl einen Feuerwerkskörper zu bauen und zu zünden. Pyrochemikalien sind dabei ein Beispiel für die breite Produktpalette der chemischen Industrie.

Eine Besucherin und ein Besucher stehen an einer Medienstation und betrachten einen Bildschirm. Dieser zeigt die Silhouette der Stadt Berlin. Im Nachhimmel darüber explodiert ein Feuerwerk.
An der Medienstation können Besucherinnen und Besucher mithilfe verschiedener Pyrochemikalien ein eigenes Feuerwerk herstellen. SDTB/ Foto: C. Musiol 1/1

Schering: Ein frühes Berliner Start-up in der Chemiebranche

Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat seit dem 19. Jahrhundert wie kaum eine andere die heutige Gesellschaft geprägt. Berlin war dabei ein zentraler Standort und die Firma Schering ein entscheidender Impulsgeber. Laborarbeit, industrielle Produktion und die Frage nach der Anwendung und Sicherheit der Produkte werden in der Ausstellung anschaulich geschildert. Auf einem speziellen Großbildschirm könnt ihr den Wandel des Firmengeländes im Wedding in einer stereoskopischen Animation verfolgen.

Schwarzweißfoto, 1938: Im Labor der Firma Schering stehen zwei Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin vor einer Tafel. Auf dieser sind mit Kreide Molekularstrukturformeln gezeichnet.
Aufschlüsselung grundlegender Hormonstrukturen im Labor der Firma Schering Bayer AG, Schering Archives 1/1

Die Entdeckung der Hormone und der Verhütung

Schering ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für die erstmals erfolgte Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen auf dem Gebiet der Sexualhormonforschung. Die Entdeckung der Hormone in den 1920er Jahren ist ein Produkt dieser erfolgreichen Kooperation. Die nachfolgende Entwicklung der Antibabypille durch Schering zeigt die Geschichte eines Pharmaprodukts auf und bildet einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. In einem Hörraum könnt ihr Originaltönen zum Thema „Antibabypille“ aus den letzten 50 Jahren lauschen. Auch die verschiedenen Verhütungsmethoden sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Familienplanung und Sexualität werden vorgestellt.

Eine Besucherin steht an einer Audiostation. Sie blickt auf zwei Molekül-Modelle aus schwarzen, weißen und roten Kugeln.
Einblicke in die Geschichte des Berliner Chemiekonzerns Schering SDTB/ Foto: C. Musiol 1/1

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Es dauert lange und kostet viel, bis ein Arzneiwirkstoff entwickelt ist. Danach gilt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Dies zieht juristische Fragen der Sicherheit von Medikamenten nach sich. An einer interaktiven Dialogstation in der Ausstellung könnt ihr abschließend verschiedene Meinungen dazu anhören – und euch eure eigene bilden.

Eine Besucherin und ein Besucher betrachten eine Infografik, die mithilfe von grünen und weißen Lichtfeldern den Weg von der Wirkstoffsuche bis zum fertigen Arzneimittel verdeutlicht.
„Wirkstoffe für den Menschen“ und deren Weg zu Arzneimitteln SDTB/ Foto: C. Musiol 1/1