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Eine Metallmütze nach der Prägung, sie liegt noch in der Prägemaschine.

Schmuckproduktion

Dauerausstellung

Schmuckproduktion

Darum geht's

Nicht nur ein Schmuckstück selbst ist etwas Besonderes, sondern auch die Art und Weise seiner Fertigung. Das Deutsche Technikmuseum bewahrt diese Produktionsverfahren. In der Ausstellung „Manufakturelle Schmuckproduktion – Mensch, Maschine, Meisterstück“ könnt ihr sehen, in welchen Arbeitsschritten ein Schmuckstück entsteht.

Handwerkliche Techniken und Arbeitsschritte der Schmuckproduktion

Fast jeder von uns hat ein Schmuckstück: einen Ring, eine Kette mit Anhänger oder ein Piercing. Aber Schmuck wurde erst zu einem Accessoire der Massen, als Mitte des 18. Jahrhunderts die manufakturelle Schmuckproduktion entstand: Techniken, die vorher alle zum Goldschmiedeberuf gehörten, wurden zu selbständigen Ausbildungsberufen. Durch diese Spezialisierung und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine konnten die Handwerksbetriebe sehr effizient produzieren. Denn anders als bei der klassischen Goldschmiedekunst sind an der Herstellung eines Schmuckstücks etwa 50 unterschiedliche Berufe beteiligt. In diese handwerkliche Serienproduktion und ihre Arbeitsschritte gibt die Schmuck-Ausstellung des Deutschen Technikmuseums viele Einblicke.

Eine Frau arbeitet an einer Maschine, die geometrische Formen in Metallstücke ritzt.
Um schöne geometrische Formen auf ein Metallstück zu ritzen wurde die Guillochiermaschine entwickelt. Es braucht viel Übung und eine ruhige Hand, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. SDTB/ Foto: Ériver Hijano 1/1

So entsteht ein Schmuckstück: Historische Maschinen bei der Arbeit

Im Zentrum der Ausstellung stehen die sechs Verfahrenstechniken Prägen-Pressen-Stanzen, Ziehen-Walzen, Gießen, Goldschmieden, Guillochieren-Gravieren sowie die Kettenherstellung. Besucherinnen und Besucher können Schritt für Schritt verfolgen, wie ein Schmuckstück entsteht. Dabei kommen hand-, fuß- und elektrisch betriebene historische Maschinen zum Einsatz, wie die Friktionsspindelpresse zum Massivprägen oder die Schleudergussanlage zum Gießen von unterschiedlichen Schmuckteilen. Besonders beeindruckend ist der Fallhammer mit seinem sieben Tonnen schweren Schwung zum Hohlprägen. In zwei Stunden Akkordarbeit hob ein Präger mithilfe dieser Maschine das Gewicht einer Dampflock wie der preußischen P8, die im Lokschuppen I zu sehen ist.

Blick in einen Raum, in dem verschiedene große, mit Rädern angetriebene Maschinen stehen.
Blick in die Schmuckwerkstatt mit verschiedenen Maschinen aus der Zeit der manufakturellen Schmuckproduktion. SDTB/ Foto: Ériver Hijano 1/1

Das Pforzheimer Schmuckhandwerk

Zur Ausstellung gehören auch Medienstationen mit Filmdokumenten über die traditionsreiche Pforzheimer Schmuckindustrie, zum Beispiel über den Werdegang der berühmten Fabergé-Eier, die von 1989 bis 2009 in Pforzheim produziert wurden. Die Manufakturelle Schmuckproduktion im Deutschen Technikmuseum bietet so Handwerks-, Industrie- und Unternehmensgeschichte zum Anschauen und Anfassen. Die historischen Verfahren und das handwerkliche Know-how werden nicht nur bewahrt und dokumentiert. In Seminaren mit Studierenden sowie Praktikerinnen und Praktikern aus der Schmuckgestaltung und der Goldschmiedekunst geben Expertinnen und Experten ihr Wissen weiter. Dieses Engagement des Deutschen Technikmuseums ist Teil des Kooperationsprojektes „Manufakturelle Schmuckgestaltung“, das 2015 von der Deutschen UNESCO-Kommission auf die bundesweite Liste des Immateriellen Kulturerbes als Beispiel guter Praxis aufgenommen wurde.

Ein älterer Mann erklärt einer jungen Frau die Handhabung einer Maschine zur Schmuckherstellung.
In der Schmuckwerkstatt lernen junge Schmuckschaffende von erfahrenen Experten den Umgang mit den historischen Maschinen und die Techniken der manufakturellen Schmuckfertigung. SDTB / C. Kirchner 1/1

Stipendium Pforzheim revisited – Berlin

2021 feierte das Deutsche Technikmuseum das 10-jährige Jubiläum des Schmuckstipendiums. Seit 2011 hatten insgesamt 19 Personen die Möglichkeit in der Ausstellungswerkstatt „Manufakturelle Schmuckproduktion“ mit historischen Maschinen moderne Designs zu entwickeln. Das Artist in Residence Stipendium ist eine Kooperation der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin und der Gold- und Silberscheideanstalt C. Hafner. 

Sechs Silberringe mit unterschiedlichem Design
Eine Auswahl von Ringen, die im Rahmen des Schmuckstipendiums im Museum hergestellt wurden. SDTB/ Foto: C. Kirchner 1/1